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2018 erwartet Sie ...

Wir sind die Tiere, die Menschen werden.

(Manfred Hinrich)

Susanne Mamzed (c) Helge Krückeberg
Editorial


Liebe Literaturfest-Freunde,

es gibt wahrscheinlich nur wenige Beziehungen, die so offensichtlich zwiespältig sind, wie das Verhältnis zwischen Mensch und Tier: Der Fleischkonsum in Deutschland ist seit der Jahrtausendwende in etwa stabil geblieben, gleichzeitig stieg die Anzahl der Haustiere allein in den vergangenen zehn Jahren um rund die Hälfte auf 34 Millionen Tiere an. Wir bewundern exotische Tiere im Zoo, lesen Ratgeber zur Hundeerziehung – und legen uns ein saftiges Steak auf den Grill.

Unser Literaturfest-Team war wieder in Niedersachsen unterwegs, um für Sie die Spielstätten des diesjährigen Literaturfestes zu besuchen. In diesem Monat besuchten wir unter anderem den Hemme Hof in der Wedemark, den wir Ihnen in diesem Newsletter genauer vorstellen möchten. 

Susanne Mamzed
Intendantin


Mensch und Tier: Der Hemme Hof

Bei der Veranstaltung „Tierische Gefährten“ erkunden wir am 19. September die vielseitigen Beziehungen zwischen Mensch und Tier – an einem Ort, der passender nicht sein könnte: Dem Hemme Hof. Festivalintendantin Susanne Mamzed und Veranstaltungsorganisatorin Mélanie Froehly haben ihn besucht und den Hausherren Jörgen Hemme getroffen.

Foto: Heine Warnecke
Seit die erste Generation Hemme den Hof 1589 erbaute, ist der landwirtschaftliche Betrieb stets in Familienhand geblieben. Jörgen Hemme, der den Hof 2004 übernahm, führt den Betrieb mittlerweile in der 18. Generation. Er stellte ihn von einem landwirtschaftlichen Gemischtbetrieb auf einen Milchdirektvertrieb um und gründete die Hemme Milch GmbH & Co Vertriebs KG. „Mein Arbeitsalltag ist aufgrund der überdurchschnittlich hohen Zahl an Prozessen vielfältig. Die Begleitung der vollständigen Kette von der Kälberaufzucht bis zum verkaufsfertigen Molkereiprodukt ist Anreiz und Herausforderung zugleich“, sagt Jörgen Hemme.

Von der Kälberaufzucht, über den Getreide- und Futteranbau, bis hin zur Herstellung, Lagerung und dem Vertrieb finden alle Schritte auf dem Hof statt. Dabei bemüht sich der Betrieb mit verschiedenen Maßnahmen wie dem Zugang der Kühe zu Weiden und Freilaufställen sowie mit dem Verzicht auf präventive Medikamentenvergabe und Genprodukte um „Verantwortungsvolle Landwirtschaft“.

                                                                                                                                                                       Foto: Heine Warnecke

Beim Literaturfest Niedersachsen diskutiert Jörgen Hemme mit der Autorin und Lessing-Preisträgerin Monika Maron und dem Professor für Zoologie Norbert Sachser unter Moderation der Journalistin und Autorin Margarete von Schwarzkopf über das ambivalente Verhältnis zu unseren tierischen Gefährten.

Monika Maron setzte sich durch die Arbeit an ihren Roman näher mit Rabenvögeln auseinander, die außergewöhnlich klug und fähig sind, unsere Gesichter und unser Verhalten zu studieren – Erkenntnisse, die auch in ihrem neuen Buch „Munin oder Chaos im Kopf“ eine wichtige Rolle spielen. Stattfinden wird die Lesung in einer Scheune des Hofs – ortstypische wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zum Vorverkauf finden Sie hier: literaturfest-niedersachsen.de/lfn/lesungen/341
Foto: Jonas Maron

Neuste Forschung: Das menschliche Tier

„Tiere wie wir“ – ist eine These des Professors für Zoologie Norbert Sachser, der als Gast der Lesung „Tierische Gefährten“ eingeladen ist. In einem Interview mit dem Rowohlt Verlag erzählt er davon, wie sich die Forschungslage in der Tierverhaltensforschung verändert hat: „Es steckt sehr viel mehr Mensch im Tier, als wir uns vor wenigen Jahren noch haben vorstellen können. Alle Tiere können lernen, viele können denken, manche erkennen sich im Spiegel, und bei manchen sind zumindest Ansätze von Ich-Bewusstsein vorhanden.“ Insbesondere im Zusammenleben von Säugetieren zeige sich prosoziales Verhalten, Kooperation, Harmonie – manche Tiere hätten sogar ein Verständnis von Fairness. Das heiße aber natürlich nicht, dass Tiere nach menschlichen Moralvorstellungen immer „gut“ seien: Gewalt und selbst kriegerische Auseinandersetzungen finden sich wie bei den Menschen ebenso in der Tierwelt wieder.



Das ganze Interview mit Norbert Sachser können Sie hier nachlesen:
rowohlt.de/news/sachser-der-mensch-im-tier#
                                                                                                                                                                                    Foto: Willi Weber

Freizeittipp: Simona Pries „Ever Falling“
Auch die in Hannover ansässige Künstlerin Simona Pries beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Mensch und Tier: Ihre neue multimediale Ausstellung in der Städtischen Galerie Lehrte trägt den Untertitel „von Vögeln und Menschen“. Im Mittelpunkt steht das Konzept „Sehen und Gesehen werden“ – im Sinne von Erkennen. Der Gedanke: Ohne Erkenntnis ist kein Bewusstsein möglich und ohne Bewusstsein gibt es keine Möglichkeit zur Freiheit und Selbstbestimmung. Wie bewusst können Tiere wahrnehmen? Inwieweit sind sie zur Erkenntnis fähig? Simona Pries beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit dem fragilen Verhältnis von Mensch und Natur.

Die Ausstellung läuft vom 13. Juli bis zum 19. August 2018.  

Weitere Informationen über die Ausstellung finden Sie hier:
kunstplan-hannover.de/staedtische-galerie-lehrte.html


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