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2018 erwartet Sie ...
Malerei, Skulptur, Literatur, Musik stehen einander viel näher, als man im Allgemeinen glaubt. Sie drücken alle Gefühle der menschlichen Seele der Natur gegenüber aus.

(Auguste Rodin)

Susanne Mamzed (c) Helge Krückeberg
Editorial

Liebe Literaturfest-Freunde, 

Johann Wolfgang von Goethe schrieb einmal über die bildende Kunst: „Es begegnete und geschieht mir noch, daß ein Werk bildender Kunst mir bei'm ersten Anblick mißfällt, weil ich ihm nicht gewachsen bin; ahnd' ich aber ein Verdienst daran, so such' ich ihm beizukommen, und dann fehlt es nicht an den erfreulichsten Entdeckungen: an den Dingen werd' ich neue Eigenschaften und an mir neue Fähigkeiten gewahr." Die Auseinandersetzung mit der bildenden Kunst war für den Schriftsteller somit immer auch eine Möglichkeit der Weiterentwicklung eigener Fähigkeiten. Auch der Lyriker Rainer Maria Rilke befasste sich eindringlich mit der bildenden Kunst seiner Zeit und zog aus ihr Erkenntnisse für sein eigenes Werk und Leben.

An vielen weiteren Beispielen ließe sich der Einfluss bildender Kunst auf die Lyrik beschreiben – doch auch andersherum ist die Literatur ein treuer Begleiter der bildenden Kunst: Kunstwerke wie „Lesender Philosoph“ von Rembrandt van Rij oder „La Lecture“ von Pablo Picasso sind anschauliche Beispiele dafür.  

Beim Literaturfest Niedersachsen beleuchten wir in einer außergewöhnlichen Veranstaltung die Beziehung zwischen Lyrik und bildender Kunst an einem Ort, der seit seiner Gründung 1889 ein Ort der künstlerischen Begegnung ist – und den wir Ihnen in diesem Newsletter genauer vorstellen möchten.  

Susanne Mamzed
Intendantin

Das Künstlerdorf

In der ländlichen Idylle, der Abgeschiedenheit, dem weiten Himmel, dem natürlichen Licht und dem Versprechen an ein naturnahes Leben, fanden sich ausreichende Motive für eine Hand voll Künstler, 1889 dem Stadtleben und der akademischen Kunstwelt den Rücken zu kehren und sich in einem unbekannten Dorf im Teufelsmoor vor Bremen niederzulassen – in Worpswede.

Video: Norddeutscher Rundfunk
Impulsgeber für die Künstlerkolonie war der deutsche Maler Fritz Mackensens, der in seiner Faszination vom Teufelsmoor auch seine Studienfreunde dazu bewegte, sich in dem beschaulichen Dorf anzusiedeln. Es folgten nach und nach weitere Kunstschaffende, meist Aussteiger und Sinnsuchende, die im Traum von einer neuen und unabhängigen Künstlergemeinschaft vereint waren.

Dass dieser Traum in Erfüllung ging, lässt sich noch heute beobachten: In der Kolonie leben und arbeiten immer noch ca. 140 Künstlerinnen und Künstler. Die früher unabhängig voneinander arbeitenden Museen Museum Barkenhoff, Große Kunstschau, Haus im Schluh und Worpsweder Kunsthalle taten sich zwischen 2007 bis 2012 zu einem gemeinsamen Museumsverbund zusammen, der seitdem unter einem inhaltlichen Konzept agiert.
                                                                                                                                                              Foto: Rüdiger Lubicht, Worpsweder MV

In diesen vier Worpsweder Museen wird das Literaturfest Niedersachsen am Sonntag den 16. September 2018 ab 11.00 Uhr bei „Worte im Raum“ die ausgestellten Kunstwerke mit lyrischen Texten in Beziehung setzen – in drei parallel stattfindenden Lesungen: im Museum Barkenhoff mit dem Schriftsteller Nico Bleutge, im Haus im Schluh mit der Dichterin Carolin Callies und in der Kunsthalle mit der Lyrikerin Lydia Daher.
Anschließend findet eine Abschlussveranstaltung in der Großen Kunstschau statt, an der alle Lyriker gemeinsam teilnehmen. Moderiert werden die Lesungen von der Journalistin Beate Tröger, dem Literaturkritiker Michael Braun und dem Kunstwissenschaftler und Ausstellungsmacher Jörg van den Berg. Die Besucherinnen und Besucher können hier bei den lyrischen Lesungen die Kunstwerke der Worpsweder Museen aus einer neuen Perspektive betrachten – und die Sehnsucht der Gründergeneration bei einem Spaziergang durch das beschauliche Künstlerdorf nachempfinden.

Weitere Informationen zur Lesung finden Sie hier:
literaturfest-niedersachsen.de 
Foto: Rüdiger Lubicht, Worpsweder MV

Kennen Sie schon ...
Nico Bleutge

Nico Bleutge arbeitet als Lyriker, Essayist und Literaturkritiker. Er bewegt sich gerne in den Grenzzonen von Text, Bild und Musik. Zuletzt erschien 2017 sein Gedichtband „nachts leuchten die schiffe" im C.H. Beck Verlag. Er erhielt u. a. den Erich-Fried-Preis (2012), den Eichendorff-Literaturpreis (2015), den Alfred-Kerr-Preis (2016) und das Stipendium der Kulturakademie Tarabya, Istanbul (2013/14).
Foto: Ekko von Schwichow
Carolin Callies

Carolin Callies veröffentlichte in Zeitschriften wie Bella Triste, Allmende, POET und der Neuen Rundschau. Sie ist regelmäßig in Anthologien vertreten und war 2009 Teilnehmerin des 17. Open Mike. „fünf sinne & nur ein besteckkasten” ist ihr erster Gedichtband. Für dieses Debüt war sie 2015 für den Leonce-und-Lena-Preis der Stadt Darmstadt nominiert. Im selben Jahr erhielt sie den Thaddäus-Troll-Preis.
                                                                                                                                                                                        Foto: Timo Volz
Lydia Daher

Lydia Daher, Lyrikerin und Musikerin, lebt in Berlin. Sie experimentiert und kollaboriert künstlerisch grenzüberschreitend, ist Kuratorin für Kulturveranstaltungen und als Dozentin für Kreatives Schreiben tätig. Ihre Text-Bildkunst wurde in mehreren Einzelausstellungen gezeigt. Zuletzt erschienen: „Kleine Satelliten“, ein Band mit Graphic-Poetry und das Musikalbum „Wir hatten Großes vor“.
Foto: Gerald von Foris

Freizeittipp: Genius loci – "der Geist des Ortes"

Um die Beziehung zwischen bildender Kunst und einem besonderen Ort, geht es auch bei der Kunstausstellung „Genius loci – ‚der Geist des Ortes‘“, die als ein Teil von "Exit-Museum" zum 40-jährigen Jubiläum des Dommuseum Hildesheim vom 16. August bis zum 9. September zu erleben ist. 20 Künstlerinnen und Künstler setzen sich in diesem Kunstprojekt mit dem Dommuseum als geistig geprägten Raum auseinander – und wagen einen künstlerischen Transfer der sakralen mittelalterlichen Kunstschätze in unsere Zeit.  

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier:
www.dommuseum-hildesheim.de

                                                                                                                                                              Foto: Florian Monheim

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